FSV ADMIRA 2016
Gemeinsam für Mittenwalde

Interview mit Stefan Eggert

Ramón Bade, 24.12.2014

Interview mit Stefan Eggert

Er spielte für beide Mannschaften und kennt die Vereine wie seine Westentasche. Stefan Eggert ist seit knapp einem halben Jahr Chef-Trainer der ersten Männermannschaft der Spielgemeinschaft Mittenwalde/Ragow. Grund genug ihm um eine kleine Zwischenbilanz zu bitten.

 

1. Als Spielgemeinschaft darf man nicht aufsteigen, aber was würdet ihr machen, wenn ihr am Ende der Saison  wirklich "ganz oben" stehen würdet?

Stefan: Also wenn der Fall eintreten sollte und wir bis zum Schluss die Möglichkeit haben oben dabei zu bleiben, dann sollte man sich über eine schnelle Fusion ernsthafte Gedanken machen.

2. Nun aber mal im Ernst, die Bilanz deiner Mannschaft kann sich wirklich sehen lassen. Mit 24 Punkten steht ihr auf Rang 5 und seid sogar auf Tuchfühlung zum Spitzenreiter aus Großziethen. Die Vorstände sind sehr zufrieden mit deiner Arbeit und die Stimmung in der Mannschaft ist super. Aber wie fällt dein ganz persönliches Fazit zur Punkteausbeute in der Hinrunde aus?

Stefan: Wenn man auf unser Punktekonto nach dem 7. Spieltag geschaut hat (5 Punkte), hätte man natürlich nicht gedacht, dass dort am Ende der Hinrunde eine 24 steht. Wir hatten uns vor der Saison kein festes Ziel gesteckt, wie viele Punkte wir gerne vor Weihnachten hätten. Wenn man das gesamte halbe Jahr betrachtet, können wir sehr zufrieden sein, da wir auch im Pokalhalbfinale stehen.

3. Die gute Entwicklung konnte ja keiner erahnen, auch wenn es natürlich alle erhofft haben, aber wie war es zu Beginn? Spieler zweier ewigen Erzrivalen miteinander zu vereinen und daraus eine erfolgreiche und homogene Mannschaft zu formen, war doch sicherlich kein Kinderspiel? Wie hast du das geschafft?

Stefan: So schwer war das gar nicht. Die Spieler haben es mir sehr leicht gemacht, in dem sie von Anfang an richtig Vollgas geben haben in den Trainingseinheiten und Punktspielen. Ich habe ihnen auch gleich zum Start der Vorbereitung gesagt, dass wir nur Erfolg haben können und werden, wenn wir als eine Einheit auftreten und das haben sie bisher super umgesetzt. 

4. Inwieweit hattest du bei dieser schwierigen Aufgabe Unterstützung von den Vorständen und den ehemaligen Kapitänen der beiden Mannschaften (Patrick Dommisch, Mittenwalde und Kevin Kallenbach, Ragow)?

Stefan: Patrick und Kevin sind auch in dieser Saison meine beiden Kapitäne, auch wenn "Packe" im Spiel die Binde trägt, stehen sie für mich beide auf einer Ebene. Beide haben in ihrer Laufbahn schon soviel Erfahrung gesammelt, Patrick für Mittenwalde und Kevin für Ragow. Sie sind für mich ganz wichtige Ansprechpartner, auch wenn es nur um Kleinigkeiten geht. Sie bekommen einfach das eine oder andere mehr in der Kabine mit, als ich. Bei den Vorständen möchte ich mich sehr bedanken, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben und ich hoffe, ich konnte dieses Vertrauen zurück zahlen. Beide Vereine liegen mir sehr am Herzen.

5. In der letzten Saison, als du schon Trainer in Ragow warst, war die Trainingsbeteiligung so gut wie nicht vorhanden, wie sieht es denn jetzt bei der Spielgemeinschaft aus?

Stefan: Die ist deutlich besser, könnte aber natürlich immer besser sein. Gerade durch Verletzungen/Krankheit oder berufliche/private Gründen, hat man eigentlich nie den kompletten Kader zusammen. Mit diesem Problem hat aber jeder Amateurverein zu kämpfen. Von den Spielern aus der zweiten Reihe würde ich mir natürlich deutlich mehr Ehrgeiz und Begeisterung fürs Training wünschen.

6. Zu Beginn dieser Spielzeit wart ihr im Trainingslager in Kienbaum und habt beim Mitternachtsturnier in Motzen nur knapp den ersten Platz verpasst. Inwieweit waren diese beiden Erlebnisse ein Grundstein für die positive Entwicklung der Spielgemeinschaft?

Stefan: Kienbaum ist immer wieder großartig, weil man dort einfach perfekte Bedingungen hat und es ja nur einen Katzensprung entfernt ist. Im Trainingslager selbst hatte ich ja eigentlich nur den Großteil der Spieler aus Mittenwalde zusammen. Das war jetzt aber nicht negativ, weil ich so jeden Einzelnen von ihnen besser kennen lernen konnte. Mit Sven Rechenberg, Tino Bretschneider und Patrick Dommisch, habe ich ja zusammen schon einige Schlachten als Aktiver geschlagen. Ich denke aber schon, dass das Trainingslager und das Mitternachtsturnier in Motzen wichtige Bausteine für uns waren.

7. Am Anfang der Saison habt ihr die Spieler noch keinen festen Mannschaften zugeordnet, vielmehr gab es einen großen Spielerpool. Warum habt ihr euch zunächst für diesen Weg entschieden?

Stefan: Wir wollten einfach jedem Spieler die Chance geben sich zu präsentieren, sich für fleißige Trainingsarbeit zu belohnen und ihnen nicht gleich zu Beginn einen Stempel auf die Stirn drücken. Daran halten wir auch weiterhin fest! Wer viel und eifrig trainiert, bekommt auch seine Chance höher zu spielen! Die Tür steht für jeden immer offen.

8. Gab es in diesem Zusammenhang kein Gemecker von Fans oder Spielern?

Stefan: Jedem kann man es so wieso nie Recht machen. Das war vor 50 Jahren schon so und wird auch in den nächsten 50 Jahren so sein.

9. Wie bist du bislang mit dem Umgang der beiden Fanlager gegenüber deinen Spielern zufrieden? Bekommst du irgendwelche Parolen oder Beschimpfungen gegenüber den "anderen" Spielern mit?

Stefan: Ich bin sehr zufrieden! Bisher habe ich nichts Derartiges mitbekommen. Es wurde also noch kein Spieler von einem unserer Anhänger beschimpft. Ich glaube, dass dieser "so genannte" Fan das auch nur einmal machen würde. Ich würde mich dann sehr stark dafür einsetzen, dass diese Person nie wieder unseren Fußballplatz betreten dürfte.

10. Meinst du, man hat mit der positiven Entwicklung der Spielgemeinschaft sogar den "harten Kern" davon überzeugen können, dass dieser Schritt hin zur Spielgemeinschaft für alle Beteiligten der beste Weg war?

Stefan: Natürlich gab es auf beiden Seiten einige Leute, die seit Jahrzehnten Sonntag für Sonntag auf den Sportplatz kamen um ihre Mannschaft zu unterstützen. Einige sahen das mit der "SG" schon skeptisch/kritisch. Diese Stimmen sind nach meiner Auffassung deutlich leiser geworden. Ich kenne ja auch viele Leute aus anderen Vereinen, die es kaum glauben konnten, was wir hier vorhaben. Wiederum finden das andere richtig super finden, dass wir diese Chance nutzen. Im Jugendbereich wird das ja schon seit 10 Jahren praktiziert, mit gutem Erfolg.

11. Wo siehst du die Spielgemeinschaft und dich persönlich in 3 Jahren?

Stefan: Also in 3 Jahren wird es die SG nicht mehr geben, weil man dies nur 2 Jahre lang tun darf in dieser Konstellation. Ziel muss und kann es nur sein, im Sommer 2015 oder im Sommer 2016 eine Fusion zu machen. Der Aufbau einer jungen und spielstarken Mannschaft, die in der Lage ist wieder auf Landesebene zu spielen, ist dann die Aufgabe des Trainers. Ich bin nicht der Typ der weit vorausplant, aber das müssen unsere Ziele für die nächsten Jahre sein.  Nächstes Jahr würde ich gerne den B-Schein machen, wenn ich es zeitlich hinbekomme. Ich möchte den Jungs natürlich ein gutes Training anbieten und ihnen viel auf den Weg mitgeben und das geht nur, wenn auch ich mich weiterentwickle.

12. Was hältst du eigentlich von Weihnachtsgeschenken, genauer gefragt, gibt es für die Rückrunde ein paar Verstärkungen?

Stefan: Erst mal freut es mich sehr verkünden zu können, dass Paul Wetzel (Rangsdorf), Patrick Piel (Königs Wusterhausen,) und Hendrik Jaekel (Bestensee) wieder zurück zu uns gefunden haben. Man wird dann sehen, welche Mannschaft sie verstärken können. Wie schon gesagt, jeder kann sich im Training zeigen und Gas geben, um uns Trainer zu überzeugen. Wer eventuell noch dazu kommen könnte, entscheidet sich in den nächsten Tagen.

13. Hast du irgendwelche Wünsche für die Rückrunde?

Stefan: Das alle verletzten Spieler wieder zurückkommen und natürlich gesund bleiben. Tim Hoffmann wünsche ich für seinen Weg zurück zu uns ins Team viel Kraft und Willen. Ich hoffe, dass er nach seinem 3. Kreuzbandriss wieder ganz der Alte wird. Ebenso wünsche ich mir, dass wir uns weiter stabilisieren, um uns dann Schritt für Schritt zu verbessern. Natürlich wollen wir auch den 5. Tabellenplatz verteidigen. Wenn wir zusätzlich ins Pokalfinale einziehen und es noch gewinnen könnten, wäre das ein absoluter Traum. Zum Schluss wünsche ich allen ein Frohes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2015!

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Wir bedanken uns bei Stefan für das Interview und wünschen ihm weiterhin viel Spaß und Erfolg mit seiner Mannschaft.